Buchtipps

Seit dem Tod des Marschall-Vaters ist die spiroistische Partei desorganisiert wie ein geköpftes Huhn. Die verschiedenen Fraktionen bekämpfen sich gegenseitig, die Macht der Erstkämpferfamilien scheint hingegen ungebrochen. Die Jugend Crocutaniens verfällt unterdes dem illegalen Flipperspielen. Es entsteht eine klandestine Flipperszene, in der auch...
Vom Totalitarismus „realsozialistischer“ Prägung handelt auch Maxim Billers neuester Roman. Der stalinistische Antisemitismus treibt die Billers in die Emigration, von Moskau nach Prag. Radon und Semjon ziehen mit ihren Kindern Maxim und Jelena weiter nach Hamburg, der ferne Onkel Lev ist schon längst in Brasilien. Über Kanada und Paris landen...
Die Welt hat sich fundamental verändert – und auch wieder nicht. In Naomi Aldermans hoch spannendem Roman Die Gabe kehren sich innerhalb kürzester Zeit die Kräfte- und Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern um. Den Frauen ist ein neues Organ gewachsen, mit dessen Hilfe sie Stromstöße abgeben können – stimulierende, schmerzhafte, tödliche....
Etwas mit den Slańsky-Prozessen Vergleichbares hat es in der DDR nicht gegeben, aber durchaus einen virulenten Antisemitismus stalinistischer Ausprägung. Der Arbeitskreis „Stalin hat uns das Herz gebrochen“ in der Berliner Naturfreundejugend hat sich in einem jahrelangen Diskussions- und Lernprozess mit dem Thema beschäftigt und...
Keine historisch-analytische Aufarbeitung, sondern eine subjektive Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in der autonomen Linken im Westen bietet das Bändchen Verheerende Bilanz. Klaus Rósza und Wolfgang Seibert erzählen von ihren Erfahrungen als Juden in der linksradikalen Szene in Frankfurt, Zürich und Hamburg seit den 1970er...
Der vorletzte Schrei aus der „Kreischreihe“ des Querverlags legt es nicht auf Knalleffekte an, dafür umso mehr auf inhaltliche Positionsbestimmungen. Die Autor*innen haben sich die ganze Liste feministischer (Streit-)Themen vorgenommen: sexuelle Differenzen, Reproduktion und Lohnarbeit, Sexarbeit, Identitäts- und Sprachkritik, das...
Auch hier geht es um die Vermittlungszusammenhänge von Kapital, Staat, Sexismus und Rassismus, um – historische wie aktuelle – feministische Theorieentwicklungen und deren Fallstricke. Und nicht zuletzt geht es um Organisierungsformen und feministische Praxen, die nur als kollektive Handlungspraxen zum Erfolg führen: im voneinander Lernen,...
Vor zwölf Jahren veröffentlichte die Autorin von Vernon Subutex eine wütende Tirade gegen alles, was die Gesellschaft den Frauen zu sein vorschreibt. Jetzt ist der Text in neuer Übersetzung erschienen. Despentes spricht „als Proletin der Weiblichkeit“, als eine, die immer „zu aggressiv, zu laut, zu grob, zu brutal, zu zerzaust, und immer zu...
Neuausgabe nach der Erstedition. Von Arthur Koestler stammt eines der bekannteren literarischen Zeitdokumente über den spanischen Bürgerkrieg. Ein spanisches Testament berichtet von der Eroberung Malagas durch die faschistischen Putschisten im Januar und Februar 1937. Koestler selbst wurde gefangengenommen und als vermeintlicher Spion zum Tode...
Lesen bereichert den Wortschatz. Die neuen Wörter, die ich der Lektüre von Kein Schlusswort verdanke, lauten: tatermöglichend und erkenntniswidrig. Tatermöglichend waren die teils dilettantischen Ermittlungen und der institutionelle Rassismus der zuständigen Behörden. Erkenntniswidrig war die Ignoranz der Staatsanwaltschaft gegenüber...

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06.12.2018 Unsere neuen Leseempfehlungen

findet Ihr, auf einen Blick und zum Ausdrucken, auch hier:

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